Bodensee VI (Stein am Rhein-Rheinfall)

Heute erlebten wir eine fantastische Radtour entlang des Rheins, die trotz kleinerer Startschwierigkeiten absolut unvergesslich bleibt. Unser Abenteuer begann mit der Schweizer Bahn Richtung Stein am Rhein. Überraschenderweise halfen uns hier weder unsere BodenseeCard Plus noch das BodenseeTicket West des Hotels weiter – die Fahrt schlug ungeplant mit 75 CHF zu Buche. Doch das tat der Vorfreude keinen Abbruch!
In Stein am Rhein schwangen wir uns auf die Sättel und folgten der nördlichen Rheinseite. Die Route bot ein faszinierendes Geografiespiel, da wir mehrfach die Landesgrenze wechselten und die deutsche Enklave Büsingen am Hochrhein durchquerten. Dieses Dorf ist ein echtes Kuriosum: Völlig von Schweizer Staatsgebiet umgeben, bezahlt man hier bar meist in Schweizer Franken, nutzt aber deutsche Postleitzahlen und Kfz-Kennzeichen. Selbst die Telefonanbieter springen hier ständig hin und her.
Trotz ein paar digitaler Hürden mit unserem Navigationsgerät erreichten wir glücklich das große Etappenziel: den imposanten Rheinfall bei Schaffhausen. Mit einer Breite von 150 Metern und einer Höhe von 23 Metern gehört er zu den drei größten Wasserfällen Europas. Im Frühsommer stürzen hier unvorstellbare 600.000 Liter Wasser pro Sekunde in die Tiefe. Um diese Urgewalt hautnah zu spüren, unternahmen wir eine 15-minütige RheinfallTour per Boot. Das tosende Wasser so nah zu erleben, war ein absolut beeindruckendes Erlebnis.
 

 
Nachdem wir unser Navi-Problem gelöst hatten, rollten wir entspannt auf der südlichen Rheinseite zurück nach Stein am Rhein. Irgendwo im Nirgendwo zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein wurden wir akustische Zeugen eines Fahrradunfalls. Ein kleiner Junge ist auf die Straße gefahren, direkt vor einen Gravelbiker in unserem Alter, der die Dorfstraße herunterrauschte. Wir haben sofort Hilfe angeboten, konnten aber nicht wirklich etwas tun. Es schien als ob beide ihre Schutzengel dabei hatten. Von Stein am Rhein  dort brachte uns die Schweizer Bahn gewohnt pünktlich nach Kreuzlingen und Konstanz.
Auf Empfehlung von Manu ließen wir diesen ereignisreichen Tag in der Konstanzer Altstadt ausklingen. Im Restaurant „Tolle Knolle“ gab es ein richtig leckeres Essen rund um die Kartoffel. Ein schöner Nebeneffekt zum Abschluss: Für die städtische Busfahrt dorthin konnten wir endlich unser BodenseeTicket erfolgreich nutzen. Auch wenn wir heute auf der gesamten Strecke kein einziges Mal kontrolliert wurden, war es der perfekte Ausklang für einen rundum gelungenen Tag im Grenzgebiet.